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Zeit in Florenz

Philipp wurde am 21. Juli 1515 in Florenz geboren. Seine Mutter, Lucrezia da Mosciano, war die Tochter eines einfachen Schreiners, während sein Vater Francesco aus bescheidenem Provinzadel stammte. Francesco Neri war Notar, womit er die Familie mit Anstand hätte ernähren können, wenn er nicht besessen von der Alchimie seine Arbeit und seine Pflichten als Familienvater vernachlässigt hätte.

Außer dem bisher Gesagten gibt es wenig Angaben zur Kindheit und Jugend Philipps in Florenz. Man weiß, dass er die Mutter kaum kannte. Sie starb wahrscheinlich 1520 bei der Geburt Antonios, des vierten Kindes, das ebenfalls nicht überlebte. Von den beiden Schwestern ist Caterina zwei Jahre älter als Philipp und Lisabetta drei Jahre jünger. Lisabetta wird ihren Bruder überleben und im ersten Untersuchungsprozess zu seinem Leben und Werk aussagen.

Francesco Neri heiratete bald wieder, vielleicht auch in der Sorge um die Erziehung seiner drei kleinen Kinder. Das Glück wollte es, dass die Stiefmutter den spärlichen Aussagen Lisabettas zufolge – eine Frau von heiterem Gemüt war. Sie verstand es, den mürrischen und eigenwilligen Charakter des Vaters sowie den Verlust der Mutter auszugleichen. Als Philipp mit 18 Jahren Florenz verließ, war gerade sie es, die den Abschied besonders schmerzlich empfand.

Philipp war noch ein Kind, als er den Florentiner Konvent der Dominikaner von San Marco kennen lernte. Hier hatte Savonarola, ein von Philipp zeitlebens geschätzter Eiferer für den Glauben, vor Jahren die ursprüngliche Strenge des Ordenslebens wieder eingeführt. In der Schola Cantorum des Klosters erhielt Philipp seine religiöse Erziehung und erste Ausbildung. Auf diese Zeit geht auch Philipps Liebe zu den “Lauden“ zurück, jenen volkstümlichen Gesängen, die besonders im Kreis der Bettelorden gepflegt wurden und später ein Charakteristikum des Oratoriums werden sollten. Philipp selbst drückte seine Dankbarkeit gegenüber den Dominikanern in Rom folgendermaßen aus: “Alles, was ich an Gutem besitze, verdanke ich euren Patres von San Marco“.