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Schwierigkeiten und Prüfungen

Auch im Leben Philipps fehlte es nicht an Prüfungen und Anfechtungen. Über die Zeit bis zur Priesterweihe ist aus Philipps Leben nur wenig bekannt. Es braucht jedoch nicht viel Phantasie, sich vorzustellen, dass ein Leben, wie es Philipp geführt hatte und das nur den heutigen Tag kannte, nicht besonders leicht sein konnte.

Zu Beginn des Jahres 1559 musste Philipp beispielsweise Verfolgungen von Seiten des Kardinals Virginio Rosari, des Vikars von Rom, erdulden. Der mächtige Prälat ging aus politischen Gründen - es ist die Zeit des schwierigen Pontifikats Papst Pauls IV. (1555-59) - soweit, Philipp die Wallfahrt zu den sieben Kirchen, die Zusammenkünfte des Oratoriums und das Beichthören zu verbieten. Zudem wurde Philipp beschuldigt, eine Sekte zu unterhalten und heimliche Zusammenkünfte zu organisieren. Man zweifelte an seiner Rechtgläubigkeit und damit nahm man es damals sehr genau.

Zehn Jahre später, 1569, durchlebte Philipp aufgrund einer Reihe von Todesfällen und der immer geringer werdenden Zahl der Mitarbeiter wieder eine bittere und schwierige Zeit. Zudem litt er in den letzten dreißig Jahren seines Lebens oft an Krankheiten (Blutauswurf, allgemeine Schwächezustände), und zwar in einem solchen Maße, dass seine Genesung oft wie ein Wunder erschien.

Hinzu kamen sicherlich die Schwierigkeiten bei der Gründung des Oratoriums von Neapel, die nach dem Tode Philipps schließlich zum Bruch mit der Gemeinschaft in Rom führen sollten. Die Konstitutionen sahen keine einheitliche Ordnung der Oratorien vor. Jede Gründung war, obschon sie die ursprünglichen Gewohnheiten des römischen Hauses übernahm, autonom.